Jeder Mensch braucht (s)ein Schloss

Vor einiger Zeit hatte ich einen Spaziergang mit einem sehr lieben Menschen gemacht, es war ein ganz besonderer Spaziergang, denn es war der erste, den wir zusammen machten.
Der liebe Mensch wollte mir dabei sein Schloss zeigen, von dem er träumte einmal darin zu wohnen.

Wir unterhielten uns lange darüber, kamen in den folgenden Monaten in allen Jahreszeiten immer wieder an den Ort zurück und ich spürte, dass dieser Traum, neben dem vielleicht sogar realen Wunsch einer Realisierung und so schwierig diese dann auch immer umzusetzen sein würde, noch viel mehr auch eine tiefere Bedeutung hatte und Metapher war, auf der Suche nach einer neuen Richtung im Leben. Auch für mich selbst.

Jeder Mensch braucht sein Schloss

Einen Ort, der in einer Zeit der Neuorientierung und Wandlung, bei der Wanderung zu sich selbst, wie ein Leuchtturm ist, der einem eine Richtung gibt.
Einen Ort, den der Mensch erst findet, wenn er die selbstgemachten Fesseln aus der Vergangenheit überwunden und abgeworfen hat.
Einen Ort, wo der Mensch endlich unbeschwerte Freiheit fühlen kann, ohne dafür noch ständig auf der Wanderschaft sein zu müssen.
Einen Ort, wo der Mensch das auf der Wanderung für sich neu gefundene innere Glück bewahren mag und wo es immer noch weiter wachsen kann.
Einen Ort, wo der Mensch auch wieder das von einem anderen Menschen Gute und gut tuende für sich zu spüren zulässt und selbst wieder unbeschwert Gutes tun mag.
Einen Ort, wo der Mensch bereit dafür sein mag, all das daraus erwachsene äußere Glück zuzulassen, dass das Leben noch so unendlich mehr bereichert.
Einen Ort, an dem der Mensch mit sich selbst, seinen Kindern, seiner Familie, seinen Freunden … und mit einem anderen lieben Menschen im inneren Frieden und innerer Harmonie glücklich leben mag.

Manche Menschen können dieses Schloss zusammen bauen …

… wenn sie sich zur richtigen Zeit die richtige Zeit lassen, immer wieder eine gemeinsame Richtung und Geschwindigkeit finden, sich auch wenn es einmal schwieriger wird, nicht aus den Augen verlieren, sondern sie einfach nach einer Zeit der Ruhe und des Abstands mit Geduld und neuer Gelassenheit immer wieder zum Schloss zurück schlendern.

[Edit]
Im wahren Leben gab es kein Happy End, nur einen traurigen Prinzen.